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NZO-Fledermausgruppe reinigt Fledermausquartiere
Wohnungen lassen sich am besten reinigen, wenn die Bewohner nicht da sind.
So ist es auch bei den Fledermausquartieren.
Unsere größte Fledermausart, das Große Mausohr - Myotis myotis (Spannweite bis 43 cm) begibt sich im September/Oktober zum Winterschlaf in Höhlen, Stollen oder Kellern. Im März beziehen dann die Weibchen die oft
über Jahrzehnte benutzten Wochenstuben auf warmen Dachböden und in Kirchtürmen. Die Jungen werden ab Anfang Juni geboren und sind nach 40 Tagen selbständig. Die Männchen leben in dieser Zeit allein.
Große Mausohren jagen nachts in Parks, lichten Laubwäldern, in Feld- und Wiesenlandschaften, aber auch in Ortschaften. Es werden überwiegend Laufkäfer, aber auch Maikäfer, Mistkäfer, Heuschrecken, Grillen,
Nachtfalter und Spinnen erbeutet.
In den Wintermonaten ist es Zeit für die Mitarbeiter der Fledermaus-Arbeitsgemeinschaft beim Naturschutzzentrum Odenwald - Stiftung Georg Raitz in Bad König/Kimbach an den Plätzen der Wochenstuben des Großen
Mausohrs den Kot der Fledermäuse zu beseitigen.
Mümling-Grumbach
Auf dem Dachboden des alten Bahnhofsgebäudes in Mümling-Grumbach befindet sich seit Jahrzehnten eine der größten Mausohr-Wochenstuben Hessens, die jährlich von weit über
1000 Weibchen bezogen wird. Die Hinterlassenschaften dieser nach dem Gesetz streng geschützten Säugetierart sind beträchtlich. In diesem Winter wurden aus dem mit Folie
ausgelegten Dachboden rund 90 kg Kot entfernt. Die Kotkrümel bestehen hauptsächlich aus unverdaulichen Chitinteilen von Käfern und anderen Insekten. Man weiß, dass diese
Fledermausart pro Nacht bis 10 g Käfer und andere Insekten erbeutet, so dass die ganze Kolonie während eines Sommers leicht auf eine Nahrungsmenge von einer Tonne lebender Insekten kommt.
Auf dem Dachboden des Forstamtes Michelstadt befindet sich eine kleinere Wochenstube des Großen Mausohrs. Hier wurden 18 kg Kot in der letzten Saison entfernt.
Im südlichen Odenwald wurden in den letzten Tagen weitere Fledermausquartiere auf Kirchendachböden gereinigt. Dort halten sich offenbar sommers über kleinere "Männergesellschaften" auf.
Übrigens - Fledermauskot ist ein hervorragender Blumendünger!
Werner Horn
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Fledermäuse kennenlernen - Fledermäuse schützen
Seminar im Naturschutzzentrum Odenwald, Bad König/Kimbach, Im Kimbachtal 22
am Samstag, den 17.3.2012, 9.30 bis ca. 17 Uhr.
Im Seminar werden folgende Themen behandelt:
- Wie leben die verschiedenen Fledermausarten?
- Wie werden die Arten unterschieden (am Präparat, Balg und Modell werden die Artbestimmungen trainiert)?
- Welche Probleme bedrohen heute die Fledermausbestände und wie kann man den Tieren helfen? Dabei wird auch der
Umgang mit Fledermausfindlingen angesprochen.
Seminarleitung: Dipl.Biologe Dirk A. Diehl, Langstadt
Angesprochen sind insbesondere Neueinsteiger. Das Seminar eignet sich aber auch hervorragend als Auffrischung für
bereits im Fledermausschutz aktive Personen
Kostenbeitrag 15,-- € ohne Mittagessen (Selbstversorger/Bestellmöglichkeit in Pizzeria)
Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen begrenzt, eine Anmeldung bis zum 5.3.2012 ist notwendig.
Anmeldung bei Werner Horn, Tel. 06062-4927 oder E-Mail: w-horn-erbach@t-online.de
Bei großem Interesse kann das Seminar wiederholt werden, ggf. auch an anderem Ort ein zweites Mal angeboten werden.
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Der Hirschkäfer – Insekt des Jahres 2012
„Den Hirschkäfer kennt jeder, leider häufig nur dem Namen nach“, begründete das Kuratorium um das Braunschweiger Julius Kühn-Institut in Berlin seine Entscheidung. Es soll auf das lange Leben und die
Schönheit der mittlerweile sehr seltenen Käfer hingewiesen werden.
Werner Horn berichtet in seinem Aufsatz über „Die Hirschkäferartigen (Lucanidae) des Odenwaldes“ nicht nur über den Hirschkäfer (Lucanus cervus) sondern auch über die drei übrigen im Odenwald vorkommenden
Arten: Balkenschröter (Dorcus parallelipipedus), Kleiner Rehschröter (Platycerus caraboides) und Kopfhornschröter (Sinodendron cylindricum).
Den Aufsatz lesen, ohne Bilder. (PDF, 117 KB)
Den gesamten Aufsatz mit Fotos lesen. (PDF, 3 MB)
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7. Odenwälder Streuobsttag
Natur und Kultur in der Pudermühle Nieder-Kinzig
Alles über schmackhafte heimische Obstsorten und die Bedeutung der Odenwälder Streuobstwiesen können die Besucher des 7. Odenwälder Streuobsttages erfahren, der am Sonntag, 3. 10.
in der Pudermühle Nieder-Kinzig stattfindet.
Das NZO Naturschutzzentrum Odenwald - Stiftung Georg Raitz, die NABU-Gruppe Bad König/Nieder-Kinzig und die Besitzer des idyllischen Mühlenanwesens laden zu diesem Fest ein, bei dem es insbesondere um die Erhaltung
der Sortenvielfalt des Obstes und die ökologische Bedeutung der Streuobstwiesen geht.
Während der Veranstaltung präsentieren die Apfelkundler Theo Groh und Klaus Speckhardt in einer Apfel- und Birnenausstellung Regionalsorten, die sich für die hiesigen Streuobstwiesen besonders empfehlen.
Das Amt für den ländlichen Raum, Reichelsheim ist mit einem Informationsstand zum Thema Streuobst vertreten. Diese Stelle nimmt auch Bestellungen von Obstbaum-Hochstämmen entgegen, die aus Ausgleichsabgabemitteln
des Odenwaldkreises gefördert werden.
Eine Nistkasten-Ausstellung informiert die Besucher, was sie im Garten und in den Streuobstwiesen für Vögel, Fledermäuse und Insekten tun können, um die Artenvielfalt zu erhalten oder zu verbessern.
Die Veranstaltung beginnt um 9 Uhr mit einem Fachvortrag "Einführung in die Pomologie" von Steffen Kahl, Aßlar.
Um 10 Uhr schließt sich eine etwa zweistündige Führung durch Streuobstwiesen an, bei der die Besucher die Sorten verkosten und viel über den Wert und die Pflege von Obstwiesen erfahren können.
Um 11 Uhr lädt Salto vokale a cappella pur zu einem Konzert in den ehemaligen Kuhstall der Pudermühle ein. Von dem Doppelquartett unter der Leitung von Iris Lohnes werden bekannte alte Schlager zu hören sein.
Nach dem Mittagessen um 12.30 Uhr wird Pomologe Steffen Kahl ab 13.30 Uhr Sortenbestimmungen durchführen. Es ist erwünscht, dass die Besucher Obstsorten zum Bestimmen mitbringen. Dabei ist es vorteilhaft,
mehrere Früchte vom gleichen Baum vorzulegen.
Um 14 Uhr hält Rainer Michalski, Bad Kreuznach einen Vortrag "Aus dem geheimen Leben der solitären Bienen und Wespen".
Anschließend um 15.30 Uhr werden die Auszeichnungen "Fledermausfreundliches Haus" an Hausbesitzer verliehen, die sich um den Schutz der Fledermäuse verdient gemacht haben.
Während der Veranstaltung wird frischer Süßmost ausgeschenkt, der mit der historischen Anlage der Pudermühle gekeltert wurde. Es gibt auch Kaffee und Kuchen.
Werner Horn
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Life-Bilder aus der Wochenstube der Fledermäuse
Ein besonderes Naturschauspiel vollzieht sich alljährlich im Frühling im Bahnhof Mümling-Grumbach. Ungeachtet der vorbeifahrenden Züge nehmen seit Jahrzehnten über 800 Große Mausohren den Dachboden des
Gebäudes in Beschlag, um dort zu gebären und ihre Jungen großzuziehen.
Die Arbeitsgruppe Fledermausschutz im Naturschutzzentrum Odenwald - Stiftung Georg Raitz lädt für Sonntag, den 6.6.2010
in den ehemaligen Wartesaal des Bahnhofes Mümling-Grumbach ein. Im Rahmen der 700-Jahrfeier des Dorfes können die Besucher von 10 Uhr bis in die Abendstunden faszinierende Bilder von der Jungenaufzucht der
Großen Mausohren erleben, die von zwei installierten Infrarot-Kameras vom Dachboden in die Wartehalle gespielt werden.
Dazu wird der Dipl.-Biologe Dirk A. Diehl, Langstadt fachkundige Erklärungen geben.
Kinder können Fledermaus-Pfleglinge bestaunen und Fledermäuse basteln.
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Artenvielfalt im Garten
Käferarten in einem Gartengrundstück des Weilers Hutzwiese, Gemarkung Gersprenz, Gemeinde Reichelsheim, Vorderer Odenwald
von Werner Horn
Das Untersuchungsgebiet ist ein 5.500 qm großes Grundstück mit Wohnhaus und Nebengebäuden im Weiler Hutzwiese.
den gesamten Text lesen (pdf)
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Ferienspiele der Stadt Bad König 2009
An der Ausrichtung der Ferienspiele haben sich mehrere Stadtteile beteiligt. Im Stadtteil Kimbach hat die Bergwacht-Bereitschaft
Kimbach im Zusammenwirken mit dem Naturschutzzentrum Odenwald die Durchführung übernommen. Die mit 2 Bussen angekommenen über 60 Kindern ( 7-11 Jahre) und deren Betreuer wurden zunächst in 6 kleine Gruppen
aufgeteilt und wanderten hinauf zum „Käsebrünnchen“. Unterwegs sammelten sie aufgrund kindgerechter Vorlagen verschiedene Kräuter und Blumen.
Am „Käsebrünnchen“ waren 6 Stationen aufgebaut, an denen die Gruppen nacheinander betreut wurden.
An der 1. Station war das Fledermaus-Haus der AGFO ( Arbeitsgruppe Fledermausschutz Odenwald im NZO ) aufgebaut. Dort konnten die Kinder der Versorgung zweier
„Pflegekinder“ der Zwergfledermaus durch M. Heilmann zusehen und auch ihrer Streicheleinheiten anbringen. D. Heilmann erklärte anhand von Modellen die heimischen Fledermaus-Arten und deren Lebensweise.
An der 2. Station ging es um Tiere im und am Wasser. In verschiedenen Aquarien konnten sich die Kinder über die Amphibien in ihren verschieden Entwicklungsstufen ein Bild machen.
Neben Amphibien waren dort auch Libellenlarven,Wasserläufer und Schnecken zu beobachten.
Die 3. Station befasste sich mit dem Lebensraum der Amphibien vom Brunnen bis zu den Laichtümpeln. Auch dort konnten Kaulquappen und Salamanderlarven beobachtet werden.
An der 4. Station zeigten die Kameraden der Bergwacht Bereitschaft aus Darmstadt die
Rettungstechnik im Gelände und ein Rettungsfahrzeug. Weiter konnten die Kinder dort lernen wir man den richtigen Knoten macht.
Eine weitere Station befasste sich mit der „ Ersten Hilfe“, da wurden den Kindern auch Verbände angelegt.
Schließlich war noch eine Betreuung mit Spielen in Wald und Flur eingesetzt . Somit wurden
Wartezeiten an den einzelnen Stationen überbrückt.
Erfreulich war das große Interesse der Kindern, die viel zu fragen hatten.
Text und Bilder von Karl Rapp
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Hilfen für den Steinkauz
Er ist einer der entzückendsten Käuze, vor allem wegen seines drolligen Verhaltens. Wenn er mit seinen schwefelgelben Augen neugierig aus seiner Schlafhöhle lugt oder wenn er seine Erregung durch lebhaftes Rufen
und ein charakteristisches Knicksen ausdrückt, wirkt er wie ein kleiner Kobold.
Die Rede ist vom Steinkauz (Athene noctua), der zu den stark gefährdeten Brutvögeln Deutschlands zählt (Rote Liste 2) und auch im Odenwaldkreis nur noch mit 15 bis 20 Brutpaaren vertreten ist.
Das Amt für den ländlichen Raum in Reichelsheim und das Naturschutzzentrum Odenwald – Stiftung Georg Raitz in Kimbach haben die Initiative entwickelt, aus dem Hessischen Landesprogramm „Besondere Lebensräume
und Habitate“ Schutzmaßnahmen für die kleine Eulenart in die Tat umzusetzen.
Schutzmaßnahmen beziehen sich auf die Erhaltung von Streuobstwiesen mit alten Obstbäumen und das Ausbringen von künstlichen Bruthöhlen. Zur Zeit werden 75 Steinkauz-Brutröhren von ehrenamtlichen Vogelschützern
auf besonders geeigneten Flächen im Odenwaldkreis aufgehängt. Die mit Marderschutz versehenen Bruthilfen werden vom Land Hessen finanziert.
Die Steinkauzbestände sind überall in Deutschland in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Hauptursache ist die Zerstörung seiner Lebensräume, besonders durch die Intensivierung der Landschaft und die
Beseitigung von alten und hohlen Bäumen, in denen er geeignete Versteck- und Brutmöglichkeiten gefunden hat. Auch zusätzliche Gefahren wie der Verkehr und die Verdrahtung der Landschaft, manchmal auch
Nahrungsmangel durch den Rückgang geeigneter Beutetiere sind Ursachen für den Rückgang der Art.
Es hat sich erwiesen, dass zumindest der Mangel an natürlichen Nistmöglichkeiten mit künstlichen Nisthilfen teilweise ausgeglichen werden kann. So wurden spezielle fast meterlange Röhren oder entsprechende
rechteckige Kästen entwickelt, die an mehr oder minder waagerechten Ästen verankert werden.
Mit der Anfertigung und dem Ausbringen von Nisthilfen auf gut Glück ist es allerdings nicht getan. Die Niströhren sind in möglichst großer Entfernung zum Wald in Gebieten anzubringen, in denen das Vorkommen des
Steinkauzes zumindest wahrscheinlich ist. Zur Unterlage der Eier werden Hobelspäne eingelegt. Nach der Brutzeit müssen die Geräte gereinigt und neu mit Hobelspänen beschickt werden.
Fachbehörden und ehrenamtlicher Naturschutz sind sich darin einig, dass die Erhaltung unserer bäuerlichen Kulturlandschaft, in der auch Streuobstbestände, Hecken und Feldgehölze ihren Platz haben, die beste
Garantie für den Fortbestand dieser interessanten Eulenart sind. Der Erhaltung und Pflege alter Obstbäume, aber auch die Neuanlage von Obstwiesen mit Hochstämmen ist ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung einer
großen Artenvielfalt.
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Mückenfledermaus im Odenwaldkreis entdeckt
Bei einer Exkursion der Arbeitsgruppe Fledermausschutz (AGFO) des Naturschutzzentrums Odenwald – Stiftung Georg Raitz ist es dem Biologen Dirk A. Diehl, Langstadt gelungen, eindeutig das Vorkommen der
Mückenfledermaus (Pipistrellus pygmaeus) in der Gemarkung Zell nachzuweisen.
Damit ist die Zahl der aktuell nachgewiesenen Fledermausarten im Odenwaldkreis auf 13 angestiegen. Der Nachweis war aufgrund von Aufzeichnungen der Ultraschallrufe der Fledermäuse mit Detektor und der direkten
Analyse der Rufbilder am PC möglich.
Die Mückenfledermaus ist eine Zwillingsart der Zwergfledermaus, letztere ist wohl die häufigste Fledermausart in Deutschland. Die erst vor gut 10 Jahren entdeckte Mückenfledermaus unterscheidet sich nicht nur
durch höhere Echoortungslaute von 55 Kilohertz von der Zwergfledermaus (45 Kilohertz). Sie ist außerdem noch kleiner und zierlicher, ist heller gezeichnet und hat eine kürzere Schnauze. Die Winzlinge sind
durchschnittlich nur 4 cm lang und haben eine Flügelspannweite von ca. 20 cm. Sie passen mit angelegten Flügeln problemlos in eine Streichholzschachtel. Das Körpergewicht beträgt etwa 5 bis 6 Gramm.
Der Mückenfledermaus behagt es am besten, wenn sie offenen Wald, Gewässer und Siedlungsgebiet in erreichbarer Nähe hat. Während ihrer nächtlichen Jagd an Waldrändern, Flüssen und Seen erbeutet sie unzählige
kleine Mücken und Fliegen.
Die Zwergfledermaus sucht ähnliche Lebensräume, ist jedoch im Gegensatz zu ihrer Schwesterart weniger anspruchsvoll und besiedelt auch nicht optimale Lebensräume. Ende Mai und im Juni beziehen die kleinen
Säugetiere ihre Quartiere in menschlicher Nähe (z. B. Außenfassaden von Wohnhäusern), wo sie ihre Jungen zur Welt bringen.
Die Fledermaus-Experten gehen davon aus, dass im Odenwaldkreis aktuell noch weitere bis jetzt nicht nachgewiesene Arten vorkommen, z. B. die Mopsfledermaus, Rauhautfledermaus und Große Bartfledermaus.
Wer mehr über Fledermäuse erfahren möchte, wende sich bitte an Dieter Heilmann, Reichelsheim-Hutzwiese Tel. 06164/1096, der die Arbeitsgruppe Fledermausschutz Odenwaldkreis (AGFO) leitet. Die Arbeitsgruppe ist auf
einer Vielzahl von Arbeitsfeldern tätig: Quartiere werden gesichert oder wieder nutzbar gemacht, bei Problemen Quartierbesitzer beraten, Fledermauskästen aufgehängt, verunglückte oder verwaiste Fledermäuse
gepflegt und Exkursionen durchgeführt.
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Fledermausfreundlicher Odenwald
Sie sind Säugetiere, die den aktiven Flug beherrschen und sich nachts mit Ultraschall orientieren. Die Rede ist von Fledermäusen, von denen in Deutschland 23 Arten leben. Im Odenwaldkreis ist von 18 Fledermausarten
auszugehen, die jedoch noch nicht alle eindeutig nachgewiesen sind. Alle Arten sind auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten zu finden und stehen unter besonderem Schutz.
Seit mehr als sieben Jahren kümmern sich die Mitglieder der Arbeitsgruppe Fledermausschutz (AGFO) beim Naturschutzzentrum Odenwald in Kimbach um den Bestand der Odenwälder Fledermäuse. Unter der Leitung von Dieter
Heilmann, Hutzwiese und der fachlichen Begleitung des Biologen Dirk A. Diehl, Langstadt und seiner Frau Susanne werden Kinder und Erwachsene über das Leben der Fledermäuse aufgeklärt, Sommer- und Winterquartiere
verbessert bzw. hergerichtet und kranke und verletzte Tiere gepflegt und wieder in die Freiheit entlassen. Die Artenschutzmaßnahmen der Gruppe werden durch finanzielle Zuwendungen der Naturschutzbehörde des
Odenwaldkreises unterstützt, soweit die erforderlichen Arbeiten nicht ehrenamtlich ausgeführt werden können.
Im Odenwaldkreis sind zahlreiche Fledermausquartiere an und in Wohnhäusern bekannt. Neben zwei großen Mausohr-Populationen in Mümling-Grumbach und Breuberg-Neustadt auf Dachböden gibt es eine Reihe von
Wochenstuben von Zwergfledermäusen in Außenfassaden von Gebäuden.
Mit der seit 2006 laufenden Aktion „Fledermausfreundliches Haus“ des Naturschutzbundes (NABU) Hessen sollen Hausbesitzer zu Fragen des Fledermausschutzes am Haus beraten, landesweit bestehende Quartiere
geschützt und erhalten und das besondere Engagement für Fledermäuse am Haus mit einer Plakette ausgezeichnet werden.
Nicht ohne Stolz berichtet Dieter Heilmann, dass in den Jahren 2006 und 2007 50 Hauseigentümer im Odenwaldkreis mit Plakette und Urkunde ausgezeichnet werden konnten. Der Odenwaldkreis nimmt dabei (vor
Waldeck-Frankenberg 46 Auszeichnungen) in Hessen den ersten Rang ein. Die Ausgezeichneten sind Menschen, die nicht nur die sommerliche Anwesenheit der Tiere an und in ihren Häusern dulden, sondern alles tun, die
Fledermauspopulation zu erhalten und zu vermehren.
Heilmann stellt fest, dass es nicht zuletzt durch eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit mit Vorträgen, Exkursionen und Aktionen in Kindergärten und Schulen gelungen ist, bestehende Vorurteile gegenüber diesen
harmlosen Nachtgeistern abzubauen. Die meisten Menschen sind den interessanten Tieren wohl gesonnen. Das wird auch dadurch deutlich, dass in zunehmendem Maße irgendwo aufgelesene junge sowie verletzte oder kranke
Fledermäuse aufgenommen und den Mitgliedern der Arbeitsgruppe zur Aufzucht oder Pflege gebracht werden.
Da sich Fledermäuse ausschließlich von Insekten und Spinnen ernähren, müssen sie die nahrungsarme Zeit mit einem Winterschlaf überbrücken, bei dem ihre Körpertemperatur fast auf die Umgebungstemperatur
absinkt. Viele Menschen sind überrascht, wenn im Winter plötzlich eine Fledermaus im Vorhang hängt. Sie gehen zurecht davon aus, dass sich Fledermäuse in der kalten Jahreszeit in Winterquartiere zurückziehen
und in aller Ruhe den Frühling abwarten. Wenn strenge Kälte einsetzt, erwachen viele Fledermäuse und suchen sich das nächstbeste wärmere Winterquartier, um nicht zu erfrieren – zur Not eben auch mal eine
Wohnung. Am besten ist es, das Tier mit einem weichen Tuch aufzunehmen und in eine kleine Kiste mit Luftlöchern zu setzen. Die Kiste soll auf keinen Fall ins Warme sondern bei etwa 5 Grad abgestellt werden. Dann
gilt es, das Tier so schnell wie möglich zu einem der Fledermausexperten der Arbeitsgruppe zu bringen. Da die Tiere oft geschwächt sind, müssen sie zunächst aufgepäppelt werden, bevor sie in einem frostfreien
Quartier ihren Winterschlaf fortsetzen können.
Auch bei Fledermausfunden in der warmen Jahreszeit sollen die Tiere schnell einem der nachstehenden Fledermausschützer zugeführt werden.
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Ansprechpartner Fledermausschutz
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Sieglinde Sellentin Prof. Dr. Dietrich Brandenburg, Reichelsheim
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Tel. 06164/54530 oder 0171-8080572
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Hermann Brodbeck, Reichelsheim-Beerfurth
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Tel. 06164/5819
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Ellen und Dieter Greitzke, Höchst
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Tel. 06163/3699
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Werner Horn, Erbach
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Tel. 06062/4927
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Werner Horn
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